Ungarn: Wie steht Magyar nach erstem Monat da?

Der ungarische Premier Péter Magyar ist seit einem Monat im Amt, hat seitdem zahlreiche offizielle Auslandsbesuche absolviert und neue außenpolitische Akzente gesetzt. Er besuchte unter anderem die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, den deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz sowie den französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Kommentatoren sehen Fortschritte und Hürden.

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Népszava (HU) /

Wieder am Verhandlungstisch

Népszava bewertet die zahlreichen Auslandsreisen Magyars positiv:

„Der Ministerpräsident verhandelt, sucht nach Verbündeten und ist dort präsent, wo wichtige Fragen, die Europa betreffen, entschieden werden. ... Ungarn beobachtet die Prozesse in der EU nicht mehr von außen, sondern strebt danach, sie mitzugestalten. ... Die aktuellen Treffen deuten auf einen echten politischen und psychologischen Wendepunkt hin. Nicht etwa, weil alle Streitigkeiten zwischen Budapest und den europäischen Staaten zu Ende wären. Die Bedeutung liegt darin, dass das Land wieder an den Verhandlungstisch zurückgekehrt ist.“

Index (HU) /

Auch Tisza kann kein Geld herbeizaubern

Die Konfrontation mit den Realitäten des Haushalts könnte unangenehm sein, meint der Politologe Attila Tibor Nagy in Index:

„Wie eine dunkle Wolke am Horizont zeichnet sich das Problem ab, dass dem System der staatlich subventionierten Kraftstoffpreise früher oder später ein Ende gesetzt werden muss (oder zumindest muss es umgestaltet werden). ... Die Regierung hat mit der Überprüfung des diesjährigen Haushaltsplans begonnen, und im Herbst müssen auch die Steuergesetze und der Haushalt fürs kommende Jahr verhandelt werden – und spätestens dann werden viele damit konfrontiert werden, dass auch die Tisza-Regierung nicht alle (wenn auch berechtigten) Forderungen erfüllen kann.“