Moldau: Maia Sandu erwägt Vereinigung mit Rumänien

Die Präsidentin der Republik Moldau, Maia Sandu, hat in einem Interview für den britischen Podcast The Rest is Politics gesagt, sie würde für eine Vereinigung mit Rumänien stimmen, sollte es eines Tages ein Referendum zu der Frage geben. Für ein kleines Land wie die Republik Moldau werde es "immer schwieriger, als Demokratie, als souveränes Land zu überleben". Ist der Zusammenschluss eine realistische Option?

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G4Media.ro (RO) /

Rein hypothetische Aussage

Man darf die Aussagen der Präsidentin nicht überinterpretieren, ordnet G4Media.ro ein:

„Maia Sandu hat gesagt, dass sie in einem Referendum für eine Vereinigung mit Rumänien stimmen würde. Aber sie hat genauso klar gesagt, dass es keine solche politische Agenda gibt. Die Hindernisse sind offensichtlich und wurden auch erläutert: Es fehlt an einer Mehrheit in der Gesellschaft in der Republik Moldau; es gibt erhebliche Sicherheitsrisiken in der Region, die vom Krieg Russlands gegen die Ukraine geprägt ist; es gibt verfassungsrechtliche Grenzen und vor allem will das Land als unabhängiger Staat der EU beitreten. Sandu hat die Vereinigung nicht als Regierungsprojekt präsentiert, sondern als persönliche Option in einem hypothetischen Referendum.“

Deutsche Welle (RO) /

Alptraum für Moskau

Eine Vereinigung mit Rumänien konterkariert die Ziele des Kremls, ist der Rumänische Dienst der Deutschen Welle überzeugt:

„Die erwartbaren Reaktionen der politischen Kreml-Agenten in Chișinău bestätigen genau das, was die Präsidentin in ihrem Interview gesagt hat und was Putin niemals hören wollte, nämlich dass die Republik Moldau an einem Plan B arbeitet – an einer Vereinigung mit Rumänien, was der Alptraum des Kreml ist. ... Erinnern wir uns, was der damalige russische Duma-Chef Gennadi Selesnjow bei einer Pressekonferenz im Parlament der Republik Moldau 2002 gesagt hat. Er räumte unverblümt ein, Russland 'habe den Krieg in Transnistrien ausgelöst, um die Vereinigung der Republik Moldau mit Rumänien zu verhindern'. ... Mit anderen Worten: damit Moldau nicht dem russischen Einflussbereich entkommt.“

agora.md (MD) /

Glaube an das eigene Land wird untergraben

agora.md ist empört:

„Mit ihrer Äußerung, dass für ein kleines Land das Überleben immer schwieriger werde, gibt die Präsidentin eine direkte Einschätzung über die Zukunftsfähigkeit der Republik Moldau als Staat ab und untergräbt ihr eigenes Mandat, auch wenn sie später erwähnt, dass die Entscheidung vom Volk getroffen werden müsse. Das Vertrauen der Bürger und das Vertrauen externer Partner in die staatlichen Institutionen sowie die Loyalität der Bürger zum Land hängen auch vom Verhalten und den Äußerungen der Präsidentin ab. In diesem Zusammenhang darf sie keine Skepsis gegenüber dem Staat, den sie führt, hervorrufen. Doch genau diese Nuancen sind in der Erklärung der Präsidentin zu spüren.“

Deutsche Welle (RO) /

Nicht übers Knie brechen

Eine solche Vereinigung ist eher ein Projekt auf lange Sicht, kommentiert Deutsche Welle Rumänien:

„Ein solches Projekt kann nicht von heute auf morgen erfolgen, doch wenn man es vorantreiben würde, könnte es Fortschritte machen und wenn der richtige Moment käme, wären die Menschen auch entsprechend vorbereitet. Transnistrien müsste jedoch abgetrennt werden, denn Rumänien kann nicht das ganze Elend von dort ins eigene Land holen. Auch müssten die pro-russischen Netzwerke zerschlagen und der hybride Krieg beendet werden. Das sind alles Details, deren Ausarbeitung Jahre dauern würde, denn sie wurden von den beiden Ländern nie angesprochen.“