KI: Musk verliert Prozess gegen OpenAI
Ein US-Gericht hat die Klage von Elon Musk gegen OpenAI und dessen Chef Sam Altman abgewiesen – wegen Verjährung der Vorfälle. Musk hatte prozessiert, weil ihm als früherer OpenAI-Investor die Pläne verschwiegen worden seien, die zunächst allgemeinnützige Stiftung in einen profitorientierten Konzern umzuwandeln. Musk forderte 114 Milliarden Euro, Altmans Absetzung und die Rückführung in die Gemeinnützigkeit.
Profitiert haben Google und Anthropic
Sowohl Musk als auch Open AI haben einen Imageschaden davongetragen, meint die Neue Zürcher Zeitung:
„Nun ist der Prozess vorbei. Musk hat ihn verloren. ... Das Image von Greg Brockman und Sam Altman, dem CEO von Open AI, hat Schaden genommen. Allerdings auch jenes von Elon Musk. Profitiert hat die Konkurrenz. Wenn Musk und Altman die beiden Kinder sind, die sich im Sandkasten mit Förmchen bewerfen, gleichen die CEO von Google und Anthropic jenen Kindern, die unbeeindruckt vom Chaos in einer anderen Ecke erstaunliche Sandburgen bauen: Im Vergleich höchst attraktiv.“
Was Musk eigentlich wollte
La Repubblica analysiert:
„Letztlich verhinderte eine Verfahrensfrage, zumindest vorerst, Elon Musks Rache an Sam Altman. Er verlor den Prozess gegen OpenAI und damit die Chance, das Unternehmen wieder zu übernehmen oder es vielleicht zu boykottieren. Hinter der gestrigen Entscheidung der Geschworenen in Oakland steht jedoch die Annahme, dass der Tesla-Gründer vom Plan wusste, das KI-Startup in ein gewinnorientiertes Unternehmen umzuwandeln. Dies könnte auch seine angekündigte Berufung untergraben. Sollte er davon gewusst haben, ging es ihm mit der Klage nicht darum, vermeintliches Unrecht wiedergutzumachen, sondern vielmehr darum, den Umstand zu nutzen, um Chef oder Alleinherrscher von OpenAI zu werden.“
Gefährliche Unehrlichkeit der Tech-Elite
In Trends-Tendances beschreibt der Chefredakteur von DataNews, Kristof Van der Stadt, wo für ihn die größte Gefahr der KI liegt:
„Der Prozess hat vor allem gezeigt, dass die Menschen, die heute die Richtung der KI bestimmen, dafür vielleicht gar nicht geeignet sind. … Denn sie sind strukturell nicht ehrlich zueinander – und damit letztlich auch nicht zu uns, dem Rest der Welt. … Es geht nicht darum, ob Musk oder Altman Recht hat und welche Rolle [Mircosoft-Ceo] Nadella dabei gespielt haben könnte. Ich stelle mir vielmehr die Frage, ob es sich unsere Gesellschaft leisten kann, die Entwicklung der transformativsten Technologie seit der Erfindung des Internets in die Hände von KI-Leadern zu legen, deren Beziehungen von Misstrauen, Machtgier und selektiver Ehrlichkeit geprägt sind.“