Waldbrände in Südeuropa: Wo hapert die Vorsorge?

Hitze und Trockenheit haben in Portugal, Spanien und Frankreich zu großen Waldbränden geführt. In Andalusien starben zwölf Menschen. In den französischen Pyrenäen wurden 10.000 Einwohner evakuiert. Die Medien diskutieren über die Schwierigkeiten der Anpassung der Zivilisation an das Brandrisiko in der Natur.

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Correio da Manhã (PT) /

Es brennt in den verlassenen Regionen

Brachland ohne Landwirtschaft ist Zunder für Flächenbrände, schreibt Correio da Manhã:

„Die Schuld liegt auch bei uns, wegen der Vernachlässigung, der wir das Gebiet ausgesetzt haben, wegen der mangelnden Sorgfalt und Vorsorge. Die verlassenen Grundstücke, auf denen Gras wächst, warten nur darauf, dass die Flammen sie in irgendeinem Sommer verschlingen. ... Jahrzehntelang leisteten die armen Familien, die Subsistenzlandwirtschaft betrieben, einen unsichtbaren Dienst im Katastrophenschutz. Doch diese fleißigen Landwirte verschwanden nach und nach, und das Gebiet blieb zunehmend ungeschützt.“

Visão (PT) /

Wo keine Wähler leben, geschieht auch nichts

Portugals entvölkerte Regionen werden auch von der Politik vernachlässigt, beklagt Visão:

„Begeben wir uns zu Fuß auf Ziegenpfade, sehen wir erschreckendes. Wir wissen, dass dem Land die 'kritische Masse' fehlt: weder Landwirte noch Hirten, weder Bevölkerung noch Maschinen, noch Unternehmen, die Rodungsdienste anbieten. Das Problem ist, dass es auch keine Planung, keine Kontrolle und nicht einmal ein politisches Interesse an einem Thema gibt, das Arbeit bedeutet, aber keine Wählerstimmen bringt – in strukturschwachen Gebieten ohne Wählerschaft.“

El País (ES) /

So resilient wie die Japaner werden

Die Forstingenieurinnen Verónica García, Olga Rada und María Turiño fordern in El País einen tiefgreifenden Kulturwandel:

„Es geht nicht mehr nur ums Verhindern oder Löschen der Brände, sondern auch darum, uns vor ihnen zu schützen. Genau hier ist ein tiefgreifender Kulturwandel nötig. So wie die japanische Gesellschaft verinnerlicht hat, dass sie in einer Erdbebenzone lebt und eine kollektive Kultur der Vorsorge und des Selbstschutzes entwickelt hat, muss auch unsere Gesellschaft akzeptieren, dass wir mit einem strukturellen Klimarisiko leben. Das bedeutet nicht, zu resignieren, sondern sich vorzubereiten. Anwohner werden schon vielerorts in die Prävention und die Notfallmaßnahmen einbezogen.“