Was bringt Trumps "Friedensrat" der Welt?

Der im Januar gegründete sogenannte Friedensrat von US-Präsident Donald Trump soll am Donnerstag in Washington zusammentreten, um über den Gaza-Konflikt zu beraten. Seine Mitglieder hätten der kriegszerstörten Region rund 4,2 Milliarden Euro für den Wiederaufbau und Tausende Sicherheitskräfte zugesichert, erklärte Trump. Bislang sind 26 Staaten Mitglieder. Mehrere Länder wollen als Beobachter teilnehmen.

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Spotmedia (RO) /

Rumänien könnte in die Rolle des Boten schlüpfen

Der Journalist Emilian Isaila glaubt in Spotmedia, dass der rumänische Präsident mit seiner angekündigten Beobachterrolle bei Trumps Friedensrat zu einem wichtigen Vermittler werden könne:

„Präsident Nicușor Dan hat eine Entscheidung getroffen, die die seltene diplomatische Gelegenheit bietet, einen offiziellen Kommunikationskanal mit dem US-Präsidenten zu schaffen. ... Die Teilnahme Rumäniens am Friedensrat kann wiederum Frankreich und Deutschland die Möglichkeit bieten, Botschaften an die US-Regierung zu übermitteln, ohne sich komplizierten politischen Kontroversen in ihren Ländern auszusetzen. Auch in der Vergangenheit hat Rumänien wiederholt die Rolle des Boten zwischen den Großmächten gespielt, was die politische Führung in Bukarest einst auch glaubwürdiger und einflussreicher gemacht hat.“

La Repubblica (IT) /

Meloni wirkt unerwartet ratlos

La Repubblica schimpft über den Kurs Italiens, das ebenfalls als Beobachter zum Friedensrat reist:

„Die Brückenfunktion (zwischen Italien und den USA) erweist sich als äußerst instabil. Melonis euphorische internationale Agitation hat ihr zwar schmeichelhaftes Lob eingebracht, aber nicht die Anerkennung einer effektiven und maßgeblichen politischen Führungsrolle. ... Italien scheint unfähig, eine eigenständige Rolle zu spielen, weder in den transatlantischen Beziehungen noch auf europäischer Ebene, geschweige denn im russisch-ukrainischen Konflikt oder im andauernden Nahostkonflikt. Heute wirkt die Premierministerin unerwartet ratlos. Wie jemand, der, nachdem er tief Luft geholt und eine schwungvolle rhetorische Konstruktion begonnen hat, mitten im Satz innehält, weil ihm genau das richtige Wort fehlt.“

La Stampa (IT) /

Historische Verbündete werden ferngehalten

Trump will Europa gar nicht im Friedensrat, wirft La Stampa ein:

„Zweifel an seiner Effektivität und seinem Einfluss auf das multilaterale System haben die große Mehrheit der westlichen Staaten von einer Teilnahme abgehalten. Können einige wenige dort Erfolg haben, wo universelle Organisationen wie die UN und die OSZE scheitern? Diese politische und strategische Zurückhaltung ist eine Folge des transatlantischen Bruchs, der sich im ersten Jahr der Trump-Administration auftat und auf der Münchner Sicherheitskonferenz bestätigt wurde. Der amerikanische Präsident will uns nicht an den Verhandlungstischen zu Ukraine und Iran. ... Trumps Geopolitik hält 'historische' Verbündete vom Friedensrat fern – sogar London, was noch nie passiert ist.“