Von der Leyen: Atomausstieg war ein Fehler

Zum Auftakt eines Atomenergie-Gipfels nahe Paris hat EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen die Abkehr von der Kernkraft als "strategischen Fehler" Europas bezeichnet. 1990 sei noch etwa ein Drittel des europäischen Stroms aus Kernenergie gekommen, heute wären es nur knapp 15 Prozent. Atomkraft ist eine "zuverlässige, bezahlbare Quelle für emissionsarmen Strom", sagte von der Leyen.

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De Standaard (BE) /

Mit Kernkraft pragmatisch umgehen

Die Rehabilitierung von Atomkraft hält De Standaard für einen klugen Schritt:

„Kernenergie polarisiert viel stärker als andere Energietechnologien. Und das ist schade. Kernenergie hat Vor- und Nachteile. Das Gleiche gilt für andere Erzeugungsmethoden wie Windkraftanlagen, Solarparks und Gaskraftwerke. Beim Erstellen einer Energiestrategie geht es darum, rationale Überlegungen zum richtigen Energiemix anzustellen. Die Frage sollte nicht lauten, ob Europa neue Kernkraftwerke braucht oder nicht, sondern unter welchen Umständen es sinnvoll sein könnte, in europäische Kernenergie zu investieren.“

Rzeczpospolita (PL) /

So wurde Brüssel zum Befürworter

Wie die EU-Kommission ihre Sicht auf die Kernenergie schrittweise geändert hat, beschreibt Rzeczpospolita:

„Die Europäische Kommission vollzieht seit einigen Jahren einen Wandel in ihrer Haltung zur Kernenergie. Der Durchbruch gelang 2022, als sie entschied, dass Gas sowie Kernenergie als nachhaltige Energiequellen angesehen werden können. ... Von der zunächst zögerlichen Akzeptanz der Kernenergie in den Dekarbonisierungsstrategien hat sich die Europäische Kommission inzwischen zu einer begeisterten Befürworterin dieser Technologie gewandelt.“