Rumänien: Wie das Schwarze Meer sichern?

Im Schwarzen Meer häufen sich in den letzten Tagen gegenseitige Angriffe Russlands und der Ukraine auf zivile Frachtschiffe. Nachdem ein Tanker mit 3800 Tonnen Flüssiggas mit Kurs auf den ukrainischen Donauhafen Reni nur 20 Seemeilen vor der rumänischen Küste in Brand geschossen wurde, erörtern die Landesmedien, wie in den eigenen Gewässern für Sicherheit gesorgt werden kann – zumal Rumänien dort Erdgas fördern möchte.

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Cotidianul (RO) /

Die Nato sind wir selbst

Rumänien muss bei der Wahrung seiner Interessen und seiner Sicherheit offensiver vorgehen, fordert Cotidianul:

„Die schlechte Nachricht ist, dass das Schwarze Meer buchstäblich brodelt. Es geht darum, wie Russland auf die Angriffe der Ukraine auf seine logistischen Versorgungsketten auf der Krim reagieren wird. Oder ob und wie Russland weiter die Donauhäfen Reni und Ismail attackiert, um den ukrainischen Getreidetransport zum Schwarzen Meer zu blockieren. ... Rumänien sollte bei der Wahrung seiner Interessen am Schwarzen Meer endlich offensiv statt reaktiv vorgehen! Und wir sollten nicht vergessen: Die Nato wird nicht kommen, um uns zu verteidigen, sondern wir sind die Nato am Schwarzen Meer!“

Spotmedia (RO) /

Gasförderung macht Lage noch brisanter

Auf Spotmedia schreibt der Journalist Emilian Isaila:

„Derzeit finden in der rumänischen Wirtschaftszone Arbeiten zum Aufbau der Plattform Neptun Deep statt, mit der Erdgas aus dem Schwarzen Meer gefördert werden soll. Das ist eine strategische Investition für Rumänien, aber auch für die gesamte Region, um die Abhängigkeit von russischen Energieressourcen zu verringern. Vor diesem Hintergrund lastet großer Druck auf den Streitkräften und den nationalen Sicherheitsdiensten, um den Schutz der Interessen Rumäniens und seiner Hoheitsgewässer zu gewährleisten – auch weil die Auseinandersetzungen zwischen Russland und der Ukraine im Schwarzen Meer äußerst intensiv geworden sind.“