Ölpreis-Schock: Hilft die Freigabe von Reserven?
Die Internationale Energieagentur IEA will als Reaktion auf die faktische Blockade der Straße von Hormus strategische Ölreserven im Umfang von 400 Millionen Barrel Rohöl freigeben. Noch nie zuvor haben die 32 Mitgliedsländer der Agentur in einer gemeinsamen Aktion so viel Öl aus ihren Krisenvorräten entnommen, um den Energiemarkt zu stabilisieren. Eine Lösung des Problems ist dies aber für die Medien aber nicht.
Ein kleines Schmerzmittel
Die IEA-Maßnahme wird wenig Wirkung haben, findet Naftemporiki:
„So beeindruckend diese Zahl auch klingen mag, in Wirklichkeit handelt es sich eher um ein Schmerzmittel als um Heilung. Der internationale Markt weist bereits wenige Tage nach Beginn des Konflikts ein erhebliches Angebotsdefizit auf, was bedeutet, dass selbst eine so große Freigabe von Reserven die fehlenden etwa 220 Millionen Barrel aus dem Nahen Osten kaum ausgleichen kann. Außerdem hängt die Wirksamkeit der Maßnahme nicht nur von der Menge, sondern auch von der Geografie und der Lieferzeit ab. Asien, das in hohem Maße von den Lieferungen aus dem Golf abhängig ist, ist am stärksten betroffen. Der Transport von Öl aus den USA zu den asiatischen Märkten kann bis zu zwei Monate dauern.“
Globale Versorgungsader offen halten
Eine Blockade der Straße von Hormus durch den Iran muss unbedingt verhindert werden, appelliert The Times:
„Kriegsschiffe können nur begrenzt zum Schutz gefährdeter Schiffe beitragen. Und die Kosten wären enorm, selbst wenn genügend Schiffe zur Eskorte von Tankern zusammengestellt werden könnten. ... Eine Intensivierung der Bombardierungen wäre sinnvoll - insbesondere der Orte, wo der Iran weiterhin versucht, Raketen und Drohnen herzustellen und zu starten. ... Derzeit ist ein Großteil der Welt auf Öl und Gas aus dem Golf angewiesen. Diese wichtige Versorgungsader muss unbedingt offen bleiben.“
Gesucht: Frieden und erneuerbare Energiequellen
Die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen wird noch lange bestehen bleiben, bedauert Hämeen Sanomat:
„Frieden wäre das beste Mittel gegen die Ölkrise. Dieser ist jedoch in weiter Ferne, und der angestrebte Machtwechsel im Iran scheint nicht zustande zu kommen, sondern die derzeitige klerikale Führung setzt den Krieg hartnäckig fort. … Der größte Gewinner der jüngsten Ölkrise ist leider die russische Kriegswirtschaft, die durch die Öleinnahmen am Laufen bleibt. ... Die Welt ist nach wie vor vom Öl abhängig. Der Übergang zu einer Wirtschaft ohne fossile Brennstoffe ist ein großes Ziel, aber nach wie vor in weiter Ferne, insbesondere angesichts der Politik von Donald Trump in seiner zweiten Amtszeit.“