Ukraine attackiert russische Ostseehäfen

Ukrainische Drohnen haben in den vergangenen Tagen mehrfach Anlagen der russischen Ostsee-Häfen Primorsk und Ust-Luga getroffen und in Brand gesetzt. Mehrere Drohnen sind unterdessen auf finnischem Territorium abgestürzt. Finnlands Premier Petteri Orpo vermutete, dass Russlands Fähigkeiten "zur elektronischen Störung" zum Abdriften ukrainischer Drohnen führe und bezeichnete das als "ernste Angelegenheit".

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Ilta-Sanomat (FI) /

Ein voller Erfolg für Kyjiw

Für Russland sind die ukrainischen Drohnenangriffe demütigend, meint Ilta-Sanomat:

„Aus Sicht der Ukraine waren ihre Angriffe auf den Oblast Leningrad ein großer Erfolg. Russland war nicht in der Lage, alle ukrainischen Drohnen abzuwehren, selbst zu einem Zeitpunkt, als Koivisto [Primorsk] und Laukaansuu [Ust-Luga] bereits unter Beschuss standen und mit weiteren Drohnen zu rechnen war. Aus russischer Sicht waren die Angriffe eine riesige Demütigung. Dies verstärkt Putins Rachegelüste und seine Risikobereitschaft.“

Jyllands-Posten (DK) /

Die Ostsee braucht mehr Schutz

Jyllands-Posten schreibt:

„Es ist nicht das erste Mal, dass wir an die Rolle der Ostsee in diesem Krieg erinnert werden – und daran, wie plötzlich die Region in den Konflikt hineingezogen werden kann. Die Sprengung von drei Strängen der deutsch-russischen Nord-Stream-Gaspipeline im September 2022 ist nach wie vor eines der großen Rätsel dieses Krieges. ... Die nächste Frontlinie in der Verteidigung gegen Putins militaristisches Vorhaben liegt im Ostseeraum, und hier gibt es in der kommenden Zeit viel zu tun. Es geht nicht zuletzt darum, uns gegen russische Hybridangriffe und Anschläge auf unsere Infrastruktur zu wappnen. Gleichzeitig ist eine verstärkte Zusammenarbeit mit unseren Partnern erforderlich, um eine entschlossenere Politik gegenüber der [russischen] Schattenflotte zu verfolgen.“

Iltalehti (FI) /

Verantwortlich ist der Kreml

Für fehlgeleitete ukrainische Drohnen trägt Russland die Schuld, so Iltalehti:

„Die Zahl der zivilen Opfer ist bislang glücklicherweise gering geblieben, doch fehlgeleitete Raketen und Drohnen haben unter anderem in Rumänien erhebliche Sachschäden hinterlassen. ... Finnland und andere Partner der Ukraine müssen in dieser Situation realistisch bleiben: Ein hundertprozentiger Schutz gegen Drohnen ist nicht möglich. Aber auch wenn Drohnenangriffe eine Sicherheitsbedrohung darstellen, gilt es das große Ganze im Blick zu behalten: Solange Russland seinen brutalen Angriffskrieg fortsetzt und die Ukraine zu Gegenschlägen zwingt, liegt die Schuld für die Drohnen, die auch Finnland erreichen, ausschließlich beim Kreml.“